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Der gesamte Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Copyright (c) by Dietmar Grave & aureo! - der Ideenshop

(Der folgende Bericht wurde am 3.8.2004 von Stephan Torske per eMail an das aureo!-Team übermittelt und ohne Korrekturen, Änderungen oder Ergänzungen übernommen.)

(2.Woche:  27.7. - 30.7.2004) und Schlussbetrachtungen

27.7.2004

01:00 – Habe mich jetzt mal nachts auf die Lauer gelegt und habe ein Paar Bilder von meinem Triops gemacht. Nachts ist das Wasser ein wenig kühler, 24°C zeigt das Thermometer. Sein Verhalten ist wie gewohnt recht lebhaft. Sitzt einen Moment lang auf einem Punkt, schaufelt ein wenig Sand weg, schwimmt dann ein kleines Stückchen weiter und das die ganze Zeit. Hat ein Algenbüschel umgemäht. Hat sich drübergestülpt, die Algen mit seinen Beinchen ausgerupft, einen Teil hinten rausgeschmissen, einen Teil hat er sich einverleibt. Der Farbe seines Darms zu urteilen war das nicht sein erster pflanzlicher Schmaus heute. Er hat mehrere grüne und braune Streifen in seinem Darm. Steht wohl auf Abwechslung! Sein Gabelschwanz ist jetzt deutlich länger als vorher. Vor 3 Tagen war sein Gabelschwanz nur ein kleines Stummelchen, eher als Hörnchen zu bezeichnen. Jetzt ist sein Schwanz etwa halb so lang wie der restliche Körper, macht etwa 4mm der Gesamtlänge aus. Die Schädelplatte entwickelt sich ebenso stark. Anfangs war sie nur eine kleine Ausstülpung über den Augen. Sie entwickelt sich immer weiter nach hinten, bedeckt nun die meisten der Ruderbeinchen und schließt fast komplett an das Schwanzstück an. Die Augen sind jetzt eindeutlich von einander unterscheidbar. Das dritte Auge ist noch schwer zu erkennen, aber bei genauem Hinsehen erkennt man es auch. Mit Pigmenten sieht es noch Essig aus, der Triops ist noch vollkommen durchsichtig, obwohl er frisst und frisst. Na ja, kann ja noch werden. Es kann sich aber auf Grund seiner Größe nicht mehr so vor mir verstecken wie früher. Entdecke ihn meistens schon von weitem im Becken. Kann sich nur noch durch regungsloses Daliegen und im Sand verscharren vor mir verstecken. Hoffe stark, die anderen verstecken sich auch grade vor mir! Habe außer meinem großen Triops noch keine andere Nauplie oder sonstige Jungwüchsige entdeckt, das macht mir schon irgendwie Sorgen. Es ist schon spät, mein Optimismus meint ich bin nur zu müde sie zu finden. Am Tage hoffe ich auf etwas mehr Glück. Habe noch ein paar kleine Experimente gemacht, dazu mehr bei den Beobachtungen! So, jetzt werde ich ihnen und mir wieder etwas Schlaf gönnen.

13:00 – Schlechte Neuigkeiten! Ich kann beim besten Willen die Nauplien nicht finden! Ich weiß nicht wo sie sich versteckt haben oder ob sie überhaupt noch leben! Ich befürchte das schlimmste. Meinem großen geht´s jedoch super. Er hat für mich zur Begrüßung ein paar Saltos im Wasser geschlagen und ist so nahe am Beckenrand langgeschwommen das ich wieder ein paar schöne Aufnahmen von ihm machen konnte. Das Bild scheint mir besser gelungen zu sein als die heute nacht.  Der Farbe seines Darmes zu urteilen hat er heute Nacht nur am Futterbrocken geknabbert. Brauchte wohl nach dem anstrengenden Photoshooting etwas kraftvolles. Die Algen wuchern weiter fröhlich vor sich hin. Um den Nachwuchs brauch ich mir auch keine Sorgen mehr zu machen. Habe mir zwei neue Aufzuchtsansätze geordert, um die 2. Generation heranzuzüchten während mein großer hier noch lebt. Er soll ja nicht alleine sein. Kann leider noch keine Aussage darüber treffen ob es sich um einen Triops longicaudatus oder um einen Triops cancriformis handelt. Er ist noch total durchsichtig und es ist nicht mal ein Ansatz von Pigmentierung zu entdecken! Schade, aber das wird bestimmt in den nächsten Tagen noch kommen.

15:00 – Habe zwei schöne Schnappschüsse von meinem Triops gemacht, wie er sich an dem großen Futterbrocken delektiert. Zugegeben die Bilder von vorgestern sind nicht so berauschend, weil man den Triops fast gar nicht sieht, als Entschädigung dafür gibt es heute zwei bessere Bilder, wo man ihn besser drauf sehen kann. Er ist heute unheimlich vital, habe ihn mehrere Runden durchs Becken drehen sehen. Schwimmt mit ziemlich großer Geschwindigkeit durchs Becken und lässt sich nur schwer mit der Kamera einfangen. Musste daher warten das er sich niederlässt. Hat sich dafür den Futterbrocken ausgesucht. Habe den Futterbrocken diesmal direkt an den Beckenrand gelegt, das man ihn da besser knipsen kann. Ist auch voll aufgegangen die Taktik, zu meiner Freude. Konnte ihm jetzt auch mit einer Lupe beim Futtern zugucken, konnte unter anderem sehen, dass er mit seinen Beinchen über die Oberfläche des Futterbrockens kratzt und sich dabei mit seinen Mundwerkzeugen an dem Brocken festbeißt, damit er nicht weggetrieben wird. Das macht er solange bis er ein kleines Stückchen abgerissen hat, lässt dann den Futterbrocken los, lässt sich auf den Rücken fallen und futtert den Brocken genüsslich auf. Mir scheint das Triops größere Futterbrocken nur in Rückenlage aufnehmen können.

28.7.2004

15:00 – So, nun habe ich wirklich alle Hoffnungen aufgegeben, dass die anderen Nauplien noch leben! Es ist nur mein einer Triops noch da! Er hingegen erfreut sich bester Gesundheit. Frisst nach wie vor jeden Tag größere Mengen Futter, wächst jeden Tag konstant einige wenige Millimeter. Er miss jetzt etwa 1,4cm, hat sich also wieder ein kleines Stück gesteigert. Habe ihn eben ordentlich mit Sauerstoff versorgt, habe die Pumpe volle 5 Minuten laufen lassen. Nun müsste er genug Sauerstoff für einige Stunden haben. Habe leider noch immer nicht die Pigmentierung erkennen können. Schade aber kann man nichts machen.

 

20:00 – Meinem Triops geht es blendend. Bei seinem Sauerstoffbad war er außergewöhnlich aktiv. Es scheint ihm gut zu gehen. Er hat heute gut gefressen. Hat sich aber ausschließlich von den Algen und dem Futterbrocken im Becken ernährt. Das Futter an der Wasseroberfläche blieb weitegehend unangetastet. Es hat sich im laufe des Tages nicht mehr gehäutet. Seine Größe beträgt mit Gabelschwanz nach wie vor 1,4cm. Ist aber deutlich aktiver als heute morgen, habe jedoch keine Ahnung woran das liegt! Es ist losgehechtet als ich den Sprudelstein  eingeschaltet habe. Werde in den nächsten Tagen mal ein paar Experimente durchführen, wie sich der Triops zur Sauerstoffzufuhr verhält. Links ein Bild vom Ausströmerstein in Aktion.

29.7.2004

 

 

 

15:00 – Bin heute Vormittag bis grade beim Dienst gewesen, komme grade erst wieder und Freude, Aureo hat schon geliefert. Sonntag bestellt, Montag bezahlt, Donnerstag bekommen. Das nenne ich flott! Habe gleich die neuen Becken aufgestellt und habe die neuen Zuchtansätze gemacht. Ab jetzt beginnt die zweite Parallelzucht. So genug um heißen Brei geredet jetzt wenden wir uns dem alten Ansatz zu. Mein Triops ist etwa 1,4cm lang, nach wie vor, hat sich nichts geändert. Hat heute Nacht wieder ordentlich Algen gefressen, hat etwa 1/3 des Beckens komplett abgeweidet. Also einiges an Grünfutter. Habe mich heute dazu entschlossen mal eine Grundreinigung durchzuführen. Habe den Triops eingefangen kurz in ein extra Gefäß gepackt, den ganzen Sand rausgenommen, ausgewaschen und dann abgekocht um eventuelle Bakterien unschädlich zu machen. Sand wieder rein, habe Pumpe die ganzen Schwebteilchen wegsaugen lassen, nun ist das Wasser wieder kristallklar und kein Schmutz mehr am Beckenboden. Habe meine Chance natürlich genutzt um von dem Triops wieder ein paar schöne Nahaufnahmen zu machen. Bot sich ja grade zu an, wo er ziemlich eingeengt in dem kleinen Petrischälchen war. So habe ich auch mal wieder ein paar Detailaufnahmen. Man sieht auf dem oberen Bild besonders gut den gefüllten Darm. Noch immer von Algen grün gefärbt. War wohl heute sein vegetarischer Tag. Hab dann den Triops wieder ins Becken gesetzt, der sofort damit begonnen hat den Sand wieder umzupflügen und wieder seine Rillen in den Sand zu ziehen… glaube fast er fühlte sich durch meine Reinigungsaktion belästigt. Muss jetzt die Rillen wieder so ziehen wie sie vorher waren. Wirklich lustig. Na ja hat er für heute Nacht was zu tun! Ich übrigens auch, da ich die beiden anderen Aufzuchtstagebücher anlegen muss. 

21:30 – Habe ihm ein bisschen Aufzuchtsfutter gegeben, damit sich ein paar Algen nachbilden können. Er hat die Reinigungsaktion gut überstanden! Frisst schon wieder eifrig! Die Pumpe bleibt jetzt dauerhaft an. Das Wasser ist mal außergewöhnlich sauber, das gefällt mir. Außerdem brauch ich jetzt keine Angst mehr zu haben, das er eingesaugt wird. Ist der Filter aus dem Shop. Erfüllt den selben Zweck wie mein Kasten, hat nur feinere Ritzen als mein Filterkasten, steige deswegen auf den um! Habe heute ne Menge gemacht, morgen gibt’s wieder einen etwas ausführlicheren Bericht!

30.7.2004

12:00 – Verdammt! Das war es jetzt endgültig mit dem ersten Ansatz! Heute ist es schon wieder so schrecklich heiß. Beckentemperatur wieder jenseits der 30°C. Das hat der Triops nicht vertragen! Das Wetter ist mir wirklich nicht wohlgesonnen. Na ja, kann ich wohl nichts machen. Habe ja noch meinen zweiten Ansatz, mal sehen was aus dem wird, hoffe doch mal mit dem habe ich mehr glück als mit dem habe ich mehr glück als mit dem ersten.

V.)              Beobachtungen und Erkenntnisse

Nauplienstadium : Das Nauplienstadium ist in der Regel nach etwa 3-4 Tagen vorbei, hab dazwischen eine Reihe von Zwischenstadien, die durchlaufen werden müssen. Die Entwicklung beginnt mit einem fast kugelförmigen Körper, der mit zwei Extremitäten versehen ist mit denen er sich durchs Wasser bewegt. In diesem Stadium sind die Nauplien vorwiegend am Boden, sie schwimmen kurz nach oben und lassen sich dann wieder fallen. Ich vermute, dass das für die Nahrungsaufnahme gemacht wird, da die Nauplien anfangs noch sehr schwach sind und noch nicht n der Lage sind für längere Zeit größere Mengen an Energie zu verbrauchen. Außerdem ernähren sie sich von Schwebteilchen im Wasser, die sie bei diesen Schwimmbewegungen aufnehmen können. Ein Versuch zur Lichtempfindlichkeit hat ergeben, das sich die Triops Nauplien, entgegen ihrer Verwandten, den Artemia Salina, vom grellen nicht gestört fühlen. Sie flüchten vor dem hellen Licht. Dieses Verhalten zeigt, das selbst im frühesten Stadium bereits die empfindlichen Hell-Dunkel-Wahrnehmung funktioniert. Das nächste Stadium erreichen sie nach der ersten Häutung, wo ihr Körper schon deutlich länglich geformt ist, sie haben ihre Gesamtlänge gut verdoppelt und sind nun etwas aktiver. Sie schwimmen ab und zu zur Wasseroberfläche und grasen sie nach Nahrung am, lassen sich aber auch ab und zu sacken, weil ihnen vermutlich die Kraft ausgegangen ist. Der Nahrungsverbrauch st in dieser Zeit relativ hoch, sie nehmen mehr Nahrung auf, als sie selbst groß sind. Dies habe ich leider erst zu spät erkannt, da einige der größeren Nauplien sich über ihre jüngeren Brüder hergemacht haben. Ich werde mir diese Erkenntnis zu Herzen nehmen und sie beim nächsten mal berücksichtigen! Das dritte Stadium ist die Ausprägung der Schädelplatte, der beiden Hauptaugen und der Ruderbeinchen, die in diesem Stadium noch nicht benutzt werden. Die Nauplien schwimmen nun deutlich aktiver längere Strecken pausenlos durchs Wasser und sind nahezu ununterbrochen auf Nahrungssuche. Sie bilden an der Schwanzspitze bereits Ansätze für den späteren Gabelschwanz aus, der allerdings erst als kleine Hörnchen zu erkennen ist. Ihre Länge in diesem Stadium beträt zwischen 3 und 5mm. Im vierten und letzten von mir untersuchten Stadium ist die Schädelplatte voll ausgebildet, hat den Schwanz erreicht, beginnt sich etwas zu wölben, um den Körper zu schützen, der Gabelschwanz ist nun deutlich ausgeprägt und deutlich erkennbar, sowie die schon vorher ausgeprägten Ruderbeine benutzt werden. Ab diesem Stadium werden die Nauplien als Triops bezeichnet, da sie nun alle Insignien eines ausgewachsenen Triops tragen. Ihre Länge ist zwischen 8 und 10mm in diesem Stadium. Sie haben ihren Lebensraum weitgehend auf den Boden des Beckens konzentriert, wo sie pausenlos damit beschäftigt sind den Sand nach essbarem zu durchstöbern.
Fütterung
: Es empfiehlt sich eine möglichst breite, abwechslungsreiche Fütterung, da die Triops ein breites Nahrungsspektrum benötigen. Die Darmfärbung meines ältesten Triops hat mich zu der Erkenntnis gebracht, das bei großzügigem Nahrungsangebot die Nahrung gemischt gefressen wird. Er hat bis zum Schluss sowohl Algen, als auch Kraftfutterbrocken gefressen. Er hat von Zeit zu Zeit seine Nahrung auf eines der beiden Dinge beschränkt, wofür ich jetzt jedoch noch keine Erklärung habe. Diese Frage werde ich versuchen im zweiten Ansatz zu klären.

Unterschied Euro ó Ami : Leider keine differenzierte Aussage möglich, da ich nicht unterscheiden konnte welche Nauplie welcher Spezies angehört! Wird auch im zweiten Ansatz versucht zu klären.

VI.)           Fazit

Was hat mir jetzt die Aufzucht gebracht? Ich habe wenigstens Erkenntnisse über das Verhalten von Nauplien sammeln können, an denen ich jetzt die Aufzucht eines neuen Ansatzes besser gestalten kann. Habe beispielsweise festgestellt, das Futterreste innerhalb der nächsten 12 Stunden entfernt werden müssen, da sie sonst zu schimmeln beginnen. Gabe ja zu, 10 Tage ist für eine Triops – Zucht nicht besonders viel, aber ich kann es jetzt auch nicht mehr ändern. Ich hoffe sehr, dass mir das Wetter beim nächsten mal keinen Strich durch die Rechnung, da ich noch eine ganze Reihe von Experimenten vor hatte, zu denen ich jetzt nicht mehr gekommen bin.

VII.)        Schlusswort

Zuletzt möchte ich sagen das ich mich trotz des allgemeinen Fehlschlags in meiner Aufzuchtsmethode bestätigt fühle, und beim zweiten Ansatz keine größeren Unterschiede vornehmen werde. In meinen Augen war der erste Zuchtansatz wirklich vom Pech verfolgt, und das Ableben meiner Tiere auf höhere Gewalt zurückzuführen. Aber auf Grund der Tatsache das es meinem Triops bis gestern Abend blendend gegangen ist, werde ich die Verhältnisse im großen Becken so lassen wie sie sind. Die einzige wesentliche Veränderung die ich durchführen werde ist, das die Aufzucht im zweiten Ansatz getrennt geschehen wird, also die beiden Spezien in getrennten Becken, allerdings unter den selben Bedingungen um einen direkten Vergleich zwischen den beiden anstellen zu können. Ich hoffe die Hinweise und die Tipps die ich in diesem Aufzuchtstagebuch gegeben habe helfen euch, den Lesern bei ihrer eigenen Aufzucht und werden es für euch erleichtern Triops großzuziehen. Für mich steht jedenfalls fest, ich werde nicht aufgeben und gleich mit dem zweiten Ansatz weitermachen. Werde da nebenbei die Verbesserungen und die Erkenntnisse einbringen, die ich gemacht habe, also auch für die, welche die erste Aufzucht bereits verfolgt haben lohnt es sich in der zweiten zu lesen.

Ganz besonderen Dank möchte ich noch einmal dem Forum von www.urzeitkrebse.de aussprechen, die mich mit Rat und Tat bei meiner Zucht unterstützt haben!
 

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(Der Bericht wurde am 3.8.2004 von Stephan Torske per eMail an das aureo!-Team übermittelt und ohne Korrekturen, Änderungen oder Ergänzungen übernommen.)